ninos

13.12.07, in der Luft, Paris, Schweiz, Donnerstag

ninos | 03 Januar, 2008 12:53

Als wir den Kaffeduft riechen konnten, haben wir unsere Sprösslinge zum Frühstück geweckt. Mamma nahm Marianas Decke weg und musste feststellen, dass sie "Cici" (Pipi) gemacht hat. der Sitz und ihre Kleider waren ganz Nass. Zum Glück haben wir frische Wäsche im Handgepäck. Den Sitz haben wir notdürftig mit unseren Decken getrocknet. Es tut uns leid, liebe Air France und hoffen, dass der nächste Gast auf Sitz 32 F einen angenehmen Flug hat...

Nach dem Frühstück setzten wir schon bald zur Landung an. Die 11 Stunden Flug haben die Beiden richtig toll gemeistert. Bravo! Da wir bereits mit Verspätung in Paris eintrafen und wir dort noch rund eine halbe Stunde auf dem Rollfeld standen, weil kein Fluglotse da war (selbst der Pilot hat fast die Nerven verloren), verpassten wir den Anschlussflug nach Zürich. Zu allem Aerger kam noch, dass sie beim Transit Papa den edlen Rum abgenommen haben, weil er nicht verschweisst war. Es war sehr ärgerlich, dass der Flug nicht auf uns gewartet hat, ging es doch lediglich um Minuten. Und vor allem warteten unsere Lieben in Zürich am Flughafen. Papa ging an den Schalter für Spezialfälle um einen neuen Flug zu erhalten. Vor ihm war eine Gruppe Afrikaner und eine weitere Gruppe Moslems mit langen Bärten, traditionellen Kleidern und AdidasTurnschuhen. Sie alle hatten Probleme, die sich nicht lösen liessen. Er war am verzweifeln und Mamma ebenfalls, da er über eine Stunde wegblieb und Jorge Andres dauernd quängelte und ganz nass war. Mamma konnte ihn nicht alleine umziehen, da Mariana immer wieder auf Entdeckungs-Tour im Flughafen wollte. Papa hatte die Familie per SMS informiert und kam mit 4 neuen Tickets zurück. Endlich konnten wir Jorge Andres trocken machen.

Auf dem Flug nach Zürich waren Mariana und Jorge Andres unleidig, waren es doch schon rund dreissig Stunden, seit wir das letzte mal ein Bett gesehen haben. Mariana's Gotti Sandi, hatte uns noch zu Lasagne eingeladen. Wir dachten, dass wir das verschieben werden, da wir doch alle auf den Felgen waren.

Als wir in Zürich die Treppe runter kamen, wo das Gepäck entgegengenommen wird, sahen wir bereits an der Scheibe unsere Verwandten und Bekannten mit bunten Ballönen. Jorge Andres schlief auf Papa's Armen und Mariana war auch noch ganz schlaftrunken. Es war überwältigend, die Freude in den Gesichtern unserer Lieben auf der anderen Seite der Glasscheibe zu sehen. Kullerte doch das einte oder andere Freudentränchen über die Wangen. Sie haben uns während den langen vier Jahren und zwei Monaten Warten, immer wieder moralisch unterstützt und beigestanden.

Das ganze Gepäck ist trotz dem anderen Flug eingetroffen. Wir füllten das Wägeli und gingen voller Freude in die Empfangshalle. Dort umarmten und küssten wir uns alle. Auch die Kinder tauten sofort auf und schlossen ihre neue Familie sofort ins Herz. Mariana war noch ein bisschen schüchtern und schenkte ihr erstes Lächeln Nonno Ugo, welcher trotz starker Schmerzen über 4 Stunden am Flughafen auf uns gewartet hat. Auch Grosi Therese kam mit Krücken, wurde sie doch erst vor kurzem zum 2. Mal an den Hüften operiert. Die Kinder wurden reichlich beschenkt und genossen den Moment sichtlich. Es schien auch, dass nicht nur wir auf die Kinder stolz sind, sondern auch Gotti's und Grosseltern.

Plötzlich waren wir wieder hellwach und gingen dann alle zusammen, ausser Familie Schulthess mit ihren Kleinkindern, zu Sandi Lasagne essen, welche ausgezeichnet war. Die Cousins Loris und Nico verstanden sich sehr gut mit Mariana und Jorge Andres. Es schien wie Liebe auf den ersten Blick. Die Müdigkeit war wie weggeblasen und wir hatten noch einen wunderschönen Abend im Kreis unserer Familie.

Es war wunderschön, als wir dann endlich zu Hause ankamen. Im Garten brannte ein Rentier mit Schlitten (Danke Claudia und Marco, die Ueberraschung ist Euch wirklich geglückt). Am grossen Küchenfenster hing ein riesiges, wunderschönes Holzschild mit einem Mädchen und einem Knaben und der Aufschrift "Mariana" und "Jorge". Vielen Dank Grosi Heidi und Grssvater Kurt, es hat uns sehr gefreut. Die Eingangstür sah aus wie ein Kirchenfenster. Da hat Claudia zwei wunderschöne Folien mit der Aufschrift "Jorge Andres" und "Mariana" gemacht. Danke vielmals. An der Betonmauer hing ein grosses Plakat mit Schoggi, wo die Kinder von den Nachbarn herzlich willkommengeheissen werden. Vielen Dank. Es war schön zuzuschauen, wie sich die Beiden im und um unser Haus wohlfühlten. Sofort entdeckten sie die roten Ballone, welche Anita und Thomas im Haus verteilten. Vielen Dank für's Haus hüten und die tolle Ueberraschung. Es war richtig schön, wieder nach Hause zu kommen.

Nach ein paar Schwätzchen mit Nachbarn sind wir dann alle todmüde, aber überglücklich ins Bett gegangen. Mariana und Jorge Andres hüpften auf ihren neuen Betten auf und ab. Als es dann wirklich ums einschlafen ging, wollten sie dann unbedingt zu uns ins Bett kommen.

Liebe Mariana, lieber Jorge Andres. Es ist so schön, dass wir unser Leben mit Euch teilen dürfen und ihr den langen Weg zu uns gefunden habt. Möge auch die Zukunft mit Euch so schön sein, wie die ersten 2 1/2 Wochen in Kolumbien.

 

12.12.2007, Bogota, Mittwoch

ninos | 03 Januar, 2008 11:22

Nach dem Frühstück mussten wir Koffer packen. Obwohl wir fast nichts ausgepackt hatten in der kurzen Zeit in Bogota, gab es noch einiges zu verstauen. Das Handgepäck musste nun gut überlegt werden mit 2 Kindern. Warme Jäggli, Wäsche zum wechseln für die Kinder, Windeln, Schoppenflasche, etc.. Um 13.00 Uhr mussten wir die Wohnung verlassen und Papi meinte, wir würden es bestimmt mal wieder nicht zeitgerecht schaffen. Doch wir haben alles gegeben und so standen wir punkt 12.30 Uhr bereit. Papi bezahlte an der Reception die Rechnung als Mammi mit je 1 Kind an der Hand mit dem Lift runter fuhr. Beim Aussteigen, welch ein Schock, hat sich Jorge Andres von Mama's Hand losgerissen. Die Lifttür ging sofort zu und unser Junior fuhr alleine unter Mordsgeschrei wieder mit dem Lift hinauf. Das Hotelpersonal hat sich köstlich amüsiert und Papa rannte sofort die Stockwerke hoch. Zum Glück hat eine nette Frau unseren Engel aus dem Lift genommen un ihn Papa unversehrt in die Arme gegeben. Wir konnten ihn kaum beruhigen.

Noch ein paar Einkäufe und schon fuhren wir um 14.30 Uhr mit einem Taxi zum Flughafen. Die Kinder freuten sich auf's Fliegen und die Schweiz. Endlich können sie ihre Grosseltern, Gottis und Göttis sehen, die sie nur von den Fotos und vom Telefon her kannten. Marco und Claudia haben uns ein SMS geschickt, dass sie uns gerne am Flughafen empfangen möchten. Super.

Am Flughafen Bogota angekommen, trafen wir in der überfüllten Abflughalle Elizabetha La Verde. Wenn man mit Kleinkindern bis 5 Jahre reist, wird man bevorzugt behandelt. So mussten wir glücklicherweise nie an den endlosen Schlange anstehen, wir kamen jeweils rasch an die Reihe. Gott sei Dank, denn Jorge Andres hat die ganze Zeit in Mammi's Armen geschlafen. Es war nochmal ein Spiessrutenlauf. Beim Einchecken wurden wir wieder abgewiesen, wir müssten für die Kinder an einem anderen Schalter ein Steuerbeleg erstellen lassen. Für uns Erwachsene viel eine Steuer von je etwa CHF 40.-- an. Natürlich hatten wir nicht mehr so viele Kolumbianische Pesos und Karten wurden auch nicht akzptiert. Als der Eincheckmarathon hinter uns war, haben wir uns herzlich von Elizabetha verabschiedet. Wir gaben ihr noch unsere letzte Schachtel Lindt-Schokolade und eine Lederagenda. Muchos Grazias für die tolle Unterstützung Elizabetha. Papa hat noch ein tolles Buch über Medellin und einen edlen, 12 jährigen Rum gekauft. Papa ignorierte den Einwand von Mamma, dass ihm der Rum in Paris beim Umsteigen abgenommen werden könnte.

Im Flugzeug hatten wir zum Glück eine Viererreihe für uns. Die Kinder waren aufgestellt, aber trotzdem etwas nervös und kamen ab und zu am Sessel vor ihnen an, was einen Herrn und seine noble Begleiterin leicht störte. Die Kinder und die Beiden vor uns beruhigten sich dann bald. Schweiz, wir kommen. Die Kinder haben sich verhalten, als wären sie schon x mal geflogen. Ausser dass wir uns wegen sintflutartigen Regengüssen in Bogota eine Stunde Verspätung einhandelten, war der Flug problemlos.

 

11.12.2007, Bogota, Dienstag

ninos | 29 Dezember, 2007 10:13

Auf unserem Telefon leuchtete ein Lämpchen, welches anzeigte, dass eine Sprachmitteilung hinterlassen wurde. Papa versuchte die Mitteilung abzurufen, doch Mariana drückte auch auf die Tasten. Dadurch war plötzlich keine Mitteilung mehr vorhanden. Wir gingen davon aus, dass es Elizabetha, unsere Anwältin in Bogota war. So war es dann auch. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet im noblen Saal, in welchem die Kinder zu unserem Entsetzen lieber umherrannten und den feinen Saft ausleerten als zu essen, holte uns Fabio um 10.30 Uhr ab. Beim Verlassen des Saals haben die Tische ausgesehen wie nach einer Schlacht. Das Personal war sichtlich erleichtert, als wir gingen. Zuerst holten wir mit Fabio Elizabetha in ihrem schönen  Haus ab. Ein wirklich nobles Quartier, wo sie wohnt. Es hat nur Einfamilienhäuser dort. Wir fuhren zuerst zur Hauptstelle des ICBF, wo ein Dokument abgeholt und unterzeichnet werden musste. Dieses bestätigt, dass die Adoption nach Hager-Uebereinkommen durchgeführt wurde. Da die Kinder auf der Fahrt eingeschlafen sind, hat Mamma mit den beiden Kindern und Fabio im Auto gewartet. Dnn ging es weiter zur Schweizer Botschaft, welche um 12.00 Uhr pünktlich wie eine Schweizer Uhr schliesst. Da wir rund 5 Minuten zuspät dort eingetroffen sind, war der ganze Charme und Einfluss von Elizabetha nötig, dass Papa und sie doch noch eingelassen wurden. Mamma hat wieder mit ihren Schätzelis im Auto gewartet. In der Botschaft wurden die Visas der Kinder für die Einreise in die Schweiz ausgestellt.

Elizabetha sagte uns, wir hätten nun alles fertig und würden gleich noch zum Büro der Air France fahren, damit wir eventuell unseren Flug in die Schweiz vorverschieben könnten. Mamma hat wieder mit den Beiden im Auto gewartet. Jorge Andres hat so richtig deftig in die Windeln gemacht, dass Mamma und Fabio Kopfschmerzen von den Dämpfen bekamen. Die Windeln konnten nicht gewechselt werden, da diese leider Papa im Rucksack hatte. Papa ist endlos lange nicht mehr aufgetaucht. Er wurde mit Elizabetha durch unzählige Sicherheitsschleusen geführt. Bei der Air France hatten sie es mit einer jungen, unerfahrenen Dame zu tun. Zu unserer grossen Ueberraschung hätten wir noch heute am späteren Nachmittag, nach Hause fliegen können. Da wir noch einige Souvenirs einkaufen wollten und schliesslich nicht auf der Flucht sind, haben wir uns entschieden, den Flug am nächsten Tag zu nehmen. Erstaunlicherweise mussten wir für die Umbuchung nichts bezahlen, war es doch in den Reiseunterlagen als teuer beschrieben. Vielleicht, weil es so lange gedauert hat, bis wir die neuen Tickets hatten. Insgesamt haben die Kinder c.a. 4 Stunden im Auto gewartet, sie waren ja soo lieb und geduldig. Fabio und Mamma mussten zwischendurch kurz aussteigen, da der Duft aus Jorge Andres Windeln unerträglich wurde. Wir waren glücklich, früher nach Hause fliegen zu können, da Mariana eine Art Ekzem um ihre Augen bekam. Elizabetha befürchtete Herpes.

Beim Arztbesuch am Nachmittag entschärfte sich dieser Verdacht zum Glück. Es wurde eine Allergie mit Infektion diagnostiziert. Wir bekamen eine Cortison Salbe für die Augen, eine andere Salbe  für all die Wunden an Marianas Körper, eine Art Sirup und eine spezielle Seife.

Abends kauften wir noch einige Souvenirs, u.a. ein Kolumbianisches Nationaldress für Jorge Andres und Joel Egli. Im Einkaufszentrum konnte man Autos mieten, ähnlich einem Kinderwagen. Toll, denn so konnten die beiden Schätzis nicht wieder in alle Richtungen davonrennen. Elizabetha hat uns gesagt, in Kolumbien sei ein Lied sehr populär, welches "Mariana", wie unsere Tochter heisse. Auf keinen Fall wollten wir ohne diese CD nach Hause.  Uns wurde gesagt, dass ein Lied mit dem Namen Mariana nicht bekannt sei. Ob wir wohl "Te mando Flores" von Fonseca meinten? Wir kauften die CD und hatten Glück, dass es dieses Lied war. Super, das ist doch ein ganz besonderes Andenken für uns alle.

Unsere letzte Nacht in Kolumbien verlief friedlich wie immer. Die Kinder haben all die Nächte schön durchgeschlafen. Wir freuten uns riesig, unsere "Schnüggelis" bereits eine Woche früher als geplant nach Hause bringen zu können.

10.12.2007, Medellin/Bogota

ninos | 29 Dezember, 2007 09:49

Ein letztes mal planschten wir hier in Medellin am Pool. Mariana hat es wieder einmal auf dem Steinboden ueberschlagen. Wir können ihre Näggis nicht mehr zählen. Hat sie auch nur einen kleinen Mückenstich, kratzt sie so lange daran, bis eine Wunde entsteht. Uns tut der Anblick weh, hatte sie doch bei der Uebergabe nur wenige "Näggis". Wir cremen ihre Wunden jeweils mit Bebanthen-Salbe ein.

Um 14.30 Uhr fuhren wir mit unserem Lieblingschauffeur Genaro zum Flughafen. Der Abschied im Hotel fiel uns und dem Hotelpersonal sehr schwer, hatten wir doch eine wundervolle Zeit miteinander. Wir machten noch Fotos, umarmten und küssten uns. Waehrend der Fahrt zum Flughafen genossen wir nochmals die herrliche und abwechslungsreiche Landschaft um Medellin.

Auf dem Flughafen bestaunten die Kinder mit grossen Augen die herumstehenden Flugzeuge. Bald würden auch sie zum ersten mal fliegen. Wir waren allle ganz aufgeregt. Der rund 50 minütige Flug nach Bogota verlief problemlos. Einzig Jorge Andres wimmerte beim Start ganz leise. In Bogota angekommen, hat uns Chauffeur Fabio erwartet und ins Hotel La Fontana geführt, wo für uns ein Apartement reserviert war. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, wirklich eine tollte Wohnung mit 2 Bädern, einem Wohnzimmer, einer voll eingerichteten Küche und 2 Schlafzimmer mit je einem Fernseher. Papa ging ins nahe gelegene Einkaufszentrum um Lebensmittel und Wasser für rund eine Woche einzukaufen. Das Hotelpersonal war entsetzt, dass wir Wasser eingekauft haben, da das Leitungswasser in Bogota problemlos trinkbar sei. Die Kinder haben in der Wohnung gejuchzt vor Freude und haben voller Stolz alle Küchengegenstände aus den Schränken genommen und uns gezeigt. Mariana hat jeweils die Gegenstände mit den spanischen Namen benannt. So konnten wir auch wieder einige Wörter auf spanisch lernen.

Nach dem Essen schliefen unsere Engel erstmals in einem separaten Zimmer, ohne uns. Es kam uns richtig komisch vor, hatten wir doch bis jetzt immer im selben Raum geschlafen. Mitten in der Nacht kam Junio Uehlinger und zupfte an Papas Arm, welcher ihn mit grosser Freude zu uns ins Bett nahm.

9.12.2007, Medellin, Sonntag

ninos | 15 Dezember, 2007 02:50

Unser letzter ganzer Tag in Medellin. Wir Fruehstuecken gerade, als Abuelo Ugo und Tia Erminia aus der Schweiz anrufen. Es freut uns sehr, ihre Stimmen zu hoeren und Mariana plaudert wieder munter in den Hoerer, nicht aber Jorge Andres, der hat keine Zeit. Das Rittiseili und die Rutschbahn sind ihm wichtiger. Wir geniessen die Sonne noch so richtig, denn morgen in Bogota auf 2800 Meter ueber Meer, wird es nicht mehr so warm sein.

Um c.a. 16.oo Uhr holt uns unser Lieblingschauffeur Genaro ab. zu unserer grossen Freude haben vorher die beiden Grossmuetter Therese und Heidi angerufen. Es toent richtig haerzig, wenn Mariana ihren neuen Namen zum Besten gibt. Auch Jorge Andres gibt heute ein paar Piepse von sich in den Hoerer. Abuelas, wir kommen bald und hoffen, Heideli ist dann aus Prag zurueck.

Mt Genaro fuhren wir nach Bello, dem Geburtsort unserer Engel. Wir suchten dort das Hospital Santa Ana, wo Jorge Andres laengere Zeit war, bevor er zur Pfllegfamilie kam. Doch dort gab es kein solches Spital, nur ein Quartier, das so heisst. Als wir im Hotel unsere Unterlagen nochmals genauer anschauten, mussten wir feststellen, dass das Spital gar nicht in Bello, sondern in Medellin war. So fuehren wir durch die Strassen von Bello und machten ein paar Fotos, damit wir der Jungmannschaft mal zeigen koennen, wo sie geboren wurden. in Bello haben wir in einem typischen kolumbianischen Restaurant hervorragend gegessen. Es gab ein feines Stueck Rindfleisch auf einem heissen Stein.

Anschliessend haben wir nochmals die Weihnachtsbeleuchtung von  Medellin bestaunt, im Auto und zu Fuss. Diesmal bewunderten wir nicht nur den wunderschoen dekorierten Fluss, sondern auch die Innenstadt. Als um c.a. 21.00 Uhr beide auf unseren Armen eingeschlafen sind, fuhren wir zurueck ins Hotel. Heute waren sie sooooo lieb, nicht einmal beim Essen im Restaurant wurden sie laut. Fuer einmal hatten wir keine roten Ohren, als wir das Restaurant verliessen. Danke, heute ward ihr einfach zum knuddeln.

8.12.2007, Medellin, Samstag

ninos | 15 Dezember, 2007 02:01

Wir spielten vergnuegt am Pool, als uns die schrullige Dolmetscherin, Frau Ilse, anrief. Sie wuerde uns um c.a. 12.30 Uhr besuchen kommen und werde ein Bisschen schwimmen  und sich im tuerkischen Bad vergnuegen. Der Adoptionsprozess ist ja abgeschlossen und es gibt eigentlich keinen Grund, wieso sie uns besuchen muesste. Bald haben wir gemerkt, dass es gar nicht um uns ging, nein sie wollte sich nur auf unsere Kosten in der Hotelanlage vergnuegen. Unser Gemuetspegel war am Nullpunkt angekommen, wir moegen sie einfach nicht. Gluecklicherweise war Jorge Andres bald reif fuer seine Siesta und wir konnten aufs Zimmer fluechten. Um c.a. 16.00 Uhr konnten wir vom Balkon aus beobachten, wie sie mit einem Taxi wegfuhr. Das war der Moment, wo Papa Mariana versuchte das Abklatschen mit gimme five beizubringen.

Abends gingen wir mit unseren Kindern in einem schoenen Restaurant mit Blick auf das herrliche Lichtermeer auf Medellin, Pizza und Spaghetti Essen. Anschliessend gab es in einem Cafe einen feinen kolumbianischen  Kaffee. Obwohl es um Medellin viele Kaffeeplantagen gibt, ist der Kaffee normalerweise nichts besonderes. Aber diesen haben wir richtig genossen.

Irgendwie konnte das Rentier die Aufmerksamkeit von Jorge Andres nicht mehr auf sich ziehen. So blieb es vor weiteren Attacken verschont. Vermutlich spuert auch unser Junior die Adventszeit.

7.12.2007, Medellin, Freitag

ninos | 10 Dezember, 2007 15:01

Kurz vor dem Fruehstueck klingelt das Telefon. Wir glaubens erneut nicht, Rocio war am Apparat und teilte uns mit, sie haette die Geburtsscheine erhalten und der Chauffeur Jorge wuerde uns um 10.30 Uhr abholen, damit wir die neuen Paesse machen koennten. Ob Rocio auch nachts arbeitet.

Im Passbuero wimmelte es vor lauter Menschen. Zum Glueck werden Kinder und alte Menschen bevorzugt behandelt. Unsere Beiden rennen wieder einmal im ganzen Saal umher. Da alle Buerotueren offen sind, verstecken sie sich wie schon oft bei Amtsstellen hinter den Schreibtischen der Angestellten und kreischen wenn wir kommen, da sie mit uns Fangis spielen wollen. Jorge Andres ist erstaunlich oft auf dem Schoss einer huebschen Sekretaerin zu finden. Diese sind meist sehr entzueckt ueber ihn und decken ihn mit Suessigkeiten ein. Uns ist es eher peinlich, aber hier sind die Leute unkompliziert. Mamma steht am Schalter und Papa rennt den Kindern hinterher. Als Mamma beim Unterschreiben war, muss Mariana dringend Gaggi machen. Sie eilt mit ihr aufs WC und als sie ihr Geschaeft erledigt hat, ist kein WC Papier vorhanden. Mamma will zu Papa eilen, welcher Feuchttuechli im Rucksack hat. Doch vorher wird sie an den Schalter gepfiffen um einen Fingerabdruck zu geben. Mariana ist immer noch auf dem WC und die Leute stehen Schlange davor. Wenn man da nicht nervoes wird..... 2 mal Fingerabdruck geben, Papa suchen und endlich konnte sich Mamma wieder Marianas Fudi widmen. Waehrend wir auf die neuen Paesse warteten haben wir mit Rocio noch einiges besprochen  und sie hat uns noch Original Dokumente gegeben, die wir fuer die Schweizer Botschaft in Bogota fuer die Visas und das Laisser Passer benoetigen. Rocio hat uns gesagt, in Medellin seien nun alle Behoerdengaenge erledigt und wir sollen doch unseren Flug nach Bogota, wlechen wir auf den 14.12. gebucht hatten, vorverschieben. Inzwischen konnten wir die neuen Paesse unserer Kinder entgegennehmen. Stolz haben wir den Kindern die neuen Paesse mit ihren Fotos und vor allem ihren Namen gezeigt. Es ist wohl ueberfluessig zu erwaehnen, dass sich Mammas Worte primaer um den zweiten Teil des Geschlechtsnamens drehten. Herzlich haben wir uns von Rocio verabschiedet und ihr fuer die super Arbeit ganz herzlich gedankt. Mit dem Chauffeur fuhren wir direkt zu einer Filiale der Kolumbianische Fluggesellschaft Avianca und verschoben unseren Flug nach Bogota auf den 10. Dezember. Das ging Ruckzuck und zu unserer Ueberraschung hat es nicht einmal etwas gekostet. Mega, alles klapt wie am Schnuerchen und wir hatten erst befuerchtet, Weihnachten nicht zu Hause mit unserer lieben Familie feiern zu koennen. Zurueck im Hotel haben uns Grosi Heidi und Grossvater Kurt angerufen. Mariana liebt es, die Stimmen zu hoeren und sagt wieder ihren neuen Namen in den Hoerer und gigelet. Staendig reisst sie Papa den Hoerer weg. Kaum aufgelegt, eine weitere Ueberraschung, Padrino oder auf deutsch Goetti Richard ruft an. Die Kinder waren gerade am planschen im Pool und Jorge Andres interessierte das Telefon wie immer nicht gross. Miss Colombia wollte unbedingt mit ihrem Goetti sprechen, war dann aber doch etwas scheu. Da sie telefonieren und planschen gleichzeitig wollte wurde der Hoerer so richtig nass. Goetti Richi, wir hoffen deine Grippe heilt bald ab. Gute Besserung.

Um 16.30 Uhr holte uns der Chauffeur nochmals ab, damit wir unser letztes Aemtli, ein Beleg notariell beglaubigen zu lassen, erledigen konnten. Es handelt sich um eine Vollmacht, mit der wir eine Kopie des Dossiers unserer Kinder erhalten. Vielleicht moechten sie dies als junge Erwachsene ja einmal einsehehn. Wir liessen uns im Einkaufszentrum San Diego abladen, gingen einkaufen und haben dort in einem Restaurant gegessen.

Zurueck im Hotel, waren die Leute vor dem Eingang und haben uns gesagt, wir duerften die Kinder nicht ins Bett bringen. Heute sei ein besonderer Abend. Es gab feinen chilenischen Wein und zusammen mit den Kindern haben alle hunderte von Kerzen auf Holzbalken, welche um den Eingang gelegt wurden, aufgestellt und anschliessend angezuendet. Als alle Kerzen brannten, durfte man bei der Jungfrau Maria was wuenschen. Wir haben zu Latino Musik getanzt und verbrachten einen wunderschoenen Adventsabend. Danke fuer alles, Maurizio und Liliana, die Inhaber des Hotels. Sie behandeln uns immer, wie wir zu ihrer Familien gehoeren wuerden, wunderbar. Wir haben noch Elizabeth Laverde, unsere Anwaeltin in Bogota, gesprochen und ihr mitgeteilt, dass wir am Montag ankommen werden und sie uns doch bitte ein Hotel reserviere. Zu unserer grossen Freude konnten wir auch mit Marlene Zoppelletto, unserer Elternbetreuerin von der Vereinigung fuer Adoptionshilfe, telefonieren. Sie weilte auch in Kolumbien und war fuer die Vereinigung mit ihrem unermuedlichen Einsatz unterwegs. Anschliessend war sie mit ihrer Familie auf Kolumbien Tour. Es ist unglaublich, was Marlene in all der Wartezeit und speziell jetzt kurz vor unserer Abreise alles fuer uns gemacht hat. Unser Respekt ihr gegenueber wird noch groesser, wenn man beruecksichtigt, dass Marlene all die Arbeit im Frondienst macht. Liebe Marlene, ganz, ganz herzlichen Dank fuer alles.

Jorge Andres ist zwischen den Kerzen und auf den Armen einer jungen, kolumbianischen Schoenheit eingeschlafen. So gingen wir alle gluecklich und zufrieden ins Bett.

6.12.2007, Medellin, Donnerstag

ninos | 09 Dezember, 2007 21:35

Ring, ring. Um 8.45 Uhr klingelt das Telefon. Die Kinder schlafen noch, Papa ist unten am PC und Mamma waescht wieder einmal Kinderkleider. Schnell nimmt sie das Telefon ab. Stimmt, heute wollte Rocio, die Anwaeltin, uns mitteilen, wann die Gerichtsverhandlung statt findet. Tatsaechlich war sie am telefon und teilte Patricia mit, dass uns der Chauffeur Jorge um 9.30 Uhr abholen wuerde und die Gerichtsverhandlung um 10.00 Uhr stattfinden wuerde. Ansliessend wuerde uns das Urteil, oder wie es hier heisst, Sentencia, ausgehaendigt. Wow, dachten wir doch, dass es in Kolumbien keinen Samichlaus gibt. Es koennte keinen schoeneren fuer uns geben.

Rasch die Kinder wecken, waschen und anziehen, ein kleines Fruehstueck fuer die 3 Kinder, Mamma selbst bringt vor Aufregung nur Kaffee runter, und schon sitzen wir im Auto. Rocio hat uns beim Gericht erwartet. Wider erwarten kamen wir sofort an die Reihe und als wir schlussendlich das rund 10 Seitige Urteil erhielten, huschten wieder ein paar Traenchen ueber unsere Backen. Die Anwaeltin und wir mussten unterzeichnen, damit das Urteil rechtskraeftig wurde. Im Fachjargon nennt man das Verzicht auf Rechtsmittel. Da steht es nun schwarz auf weiss, unsere Angelitos heissen nun Uehlinger Tomassi. Hier in Kolumbien erhalten die Kinder immer den Nachnamen des Vaters und den der Mutter. Mamma macht deswegen Freudenspruenge, konnte sie sich bei der Heirat schon nicht durchsetzen, fuehren doch wenigstens die Kinder das edle, italienische Tomassi weiter. Papa laesst keine Gelegenheit offen um zu erwaehnen, dass die Kinder nach Schweizer Recht lediglich Uehlinger heissen. Mamma meint, dass wir jetzt in Kolumbien seien und in der Schweiz sehe man dann weiter.......

Rocio ist eine richtige Powerfrau. Seit 30 Jahren hat sie mit Adoptionen Erfahrung, wird uns vom Chauffeur Jorge gesagt. Sie sei c.a. 55 Jahre alt, was wir nicht glauben koennen. Sie ist eine elegante und attraktive Frau. Wir koennen es noch immer nicht glauben, in dieser Rekordzeit das Urteil erhalten zu haben. Bis jetzt wissen wir von niemandem, dss es so rassig gegangen ist. Ob es daran liegt, dass wir Rocio immer wieder mit Schokolade eingedeckt haben. Wenn ja, Lindt sei Dank. Nach dem Verlassen des Gerichtsgebaeudes wollten wir zur Feier des Tages einen Drink genehmigen, was sich als sehr nervenaufreibend herausstellte. Mariana wollte partout nicht mehr weiterlaufen, nicht auf den Arm genommen werden, sondern legte sich mit ihren neuen Kleidern quer auf das Trottoir. Kaum waren wir in einem Amtsgebaeude, war sie jeweils schwirig zu baendigen. Ob sie wohl Angst hat, wir wueden sie wieder hergebe. Wir wissen nicht, was die Kinder alles fuer Erlebnisse hatten oder was ihnen eigetrichtert worden ist. Nie, nie im Leben wuerden wir unser Engel hergeben. Wir koennen uns  bereits nach dieser kurzen Zeit ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.

Nach der obligaten Siesta von Jorge Andres machten wir einen Spaziergang ins Hotel Intercontinental, welches in der Naehe liegt. Papa wollte fuer unseren Aufenthalt hier in Medellin ins Intercontinental, ein Luxushotel mit allen Annehmlichkeiten. Mamma wollte immer ins Torre 42, wo wir jetzt sind. Das Intercontinental war ausgebucht, somit war der Entscheid gefallen. Wir haben die wunderschoene Hotelanlage bestaunt und waren froh, dass es fuer uns keinen Platz mehr hatte. Fuer unsere Situation waere es nicht geeignet gewesen. Viel zu nobel und elegant. Hier waere das Rentier vermutlich aus Glas und nicht aus Draht.....

Beim zurueckspazieren kehrten wir in einem Restaurant im Freien ein und feierten diesen Tag mit Coca Cola fuer die Kinder, welches zur Haelfte auf dem Boden landete und einem Spezialdrink fuer Mami. Er war sehr speziell, nicht nach Mamas Gusto. Papa bestellte einen Aguardiente, zusammen mit Rum ist dieser Aenisschnapps das Kolumbianische Nationalgetraenk.

Am 6. Dezember gibt es in Kolumbien keinen Samichlaus, dafuer wird ueberall die Weihnachtsbeleuchtung fertig gemacht und angezuendet. In Sachen Weihnachtsbeleuchtung sind die Kolumbianer nicht zu uebertreffen. Da hat auch Schwager Tommy einen schweren Stand. Sogar das Rentier im Hoteleingang bekam eine Lichterkette. Wie eine Furie stuermte Jorge Andres auf es zu und riss daran, bis der Stecker der Lichterkette aus der Dose war. Er liess erst davon ab, als der Hotelbesitzer lange auf ihn einredete.

Kurz vor dem zu Bett gehen, hat Rocio angerufen und uns gefragt, ob wir noch Schweizer Schoggi haetten. Der Notar in Bello, Geburtsort der Kinder, wuerde sich bestimmt darueber freuen. Man koennte damit das Erstellen des neuen Geburtsscheines mit unseren Geschlechtsnamen bestimmt etwas beschleunigen. Wenn sie diesen Geburtsschein haette, koennten wir dann bereits die Kolumbianischen Paesse machen lassen. Selbstverstaendlich haben wir aus unserem Vorrat noch 2 weitere Lindtschoggi Schachteln mit Schweizersujets hervorgezaubert.  

Gluecklich und zufrieden vielen wir alle fast gleichzeitig in das Reich der Traeume.

 

5.12.2007, Medellin, Mittwoch

ninos | 09 Dezember, 2007 15:02

Mariana macht die Augen auf, reibt darin und schwups, hat sie ihre Taschen wieder in der Hand. Da wir heute auf keine Amtsstelle gehen muessen, haben wir beschlossen, nach dem Fruehstueck in den Parque Nord zu gehen. Dieser Park ist aehnlich wie der Europa Park, aber um einiges kleiner.

Am Eingang bereits das erste Problem. Die Beiden liessen sich unter keinen Umstaenden das Eintrittsbaendeli anziehen. So nahmen wir die Baendeli in die Hand und marschierten zum Kinderareal. Dort angekommen, wollten sie auf eine Bahn mit aneinandergereihten Autos, die mit kleinen Wellen im Kreis fuhren. Doch ohne das Baendeli am Handgelenk, wurden sie nicht eingelassen. Es hat eine Angestellte viel Ueberredungskunst auf Spanisch gekostet, bis Mariana sich endlich das Baendeli anziehen liess. Doch bei Jorge Andres hats nicht geklapt. Er liess sich das Baendeli nur um den Fussknoechel anziehen, was ausnahmsweise gestattet wurde. Voller Freude sassen sie schliesslich  in ihren Autoelis und strahlten um die Wette. Wir sind ja so gluecklich, wenn sie es auch sind. Aufs Kinderminiriesenrad wollten sie nicht alleine gehen, wir mussten mit, hatten aber kaum Platz darin. Waehrend wir mehrere Runden drehten, schlief Jorge Andres auf den Armen Papas ein. Wir legten ihn dann auf eine Wiese in den Schatten, wo er seine Siesta hielt. Am spaeteren Nachmittag, es war sehr heiss, freuten wir uns auf eine Abkuehlung bei der Dschungelflossfahrt. Auf der Fahrt tauchte ploetzlich vor unserem Floss ein Plastikkrokodil auf, tauchte wieder unter und als es wieder an die Oberflaeche kam, spritzte es uns mit Wasser voll. Fuer uns Erwachsene eine willkommene Abkuehlung, die beiden Kleinen erschraken jedoch dermassen, dass sie schrien was das Zeug hielt und am ganzen Leib zitterten. Die Kinder konnten sich noch nicht davon erholen, da erschien bereits ein Plastikelefant. Der spritzte uns dann erbarmungslos eine volle Ruesselladung Wasser an. Das Geschrei wurde nun noch lauter und erstummte nicht bis zum Ende der Fahrt. Am Ende angekommen, kruemmten sich die Angestellten vor lachen.

Gluecklich und endlos muede von diesem Tag haben wir im Hotel das Abendessen eingenommen und sind schlafen gegangen. Wir konnten es kaum glauben, das Rentier stand unversehrt an seinem angestammten Platz. Es hat wohl die Kraft fuer ein weiteres Attentat gefehlt. 

Jorge Andres geniesst es inzwischen, wenn ihm Mammi, wie er ihr jetzt meistens sagt, die Windeln wechselt. Sie macht mit ihm jeweils es chonnt e Baer, wo wott er he....und wenn sie ihn dann kitzelt, kreischt er vor Freude. Sogar 6 Besitos konnte Mamma von ihm ergattern. Goettlich. Mariana legt sich dann jeweils neben Ihr Bruederchen  und will auch Baer machen. Spielen und herumtollen tut sie mit ihrem Papa. Aber kuschele und kuessen tut sie ihn nur, wenn sie vergisst, dass sie eigentlich boese auf ihn sein muss. Wenn es ihr wieder in den Sinn kommt, wendet sie sich von ihm zu Mamma ab, welche dann beide auf den Schoss nimmt. Jorge Andres und Papa haben ihr ganz besonderes Ritual, sie machen jeweils ne ne, so was wie naesele, zusammen. Noch nie sind unsere Engel in der Nacht aufgestanden, sie haben bis jetzt immer durchgeschlafen. Muchos grazias, ihr seid einfach goldig.  

4.12.2007, Medellin, Dienstag

ninos | 08 Dezember, 2007 15:01

Um c.a. 8.00 Uhr wachen unsere Engel auf. Dann wie immer ihr Ritual. Jorge Andres sucht seine Schoppenflasche und nuckelt daran, egal ob sie voll oder leer ist. Danach will er geschoeselet werden, was Mariana dann natuerlich auch will, vorzugsweise mit Mamma.

Nach dem Fruehstueck haben wir im Pool geplanscht und eine Frau Namens Sandra war mit ihren beiden Kindern Isak und Sophia auch da. Sie wohnen nebenan und warten auf ihr Schwimmbad, bis dann baden sie bei uns im Hotel. Die Kinder haben sich gut verstanden und sie hat uns ihre Adresse hinterlassen und uns zu ihr nach Hause auf einen Drink eingeladen. Die Kinder durften Papa ins Wasser stossen und hatten dabei grossen Spass. Uebermuetig wie unser Junior manchmal ist, rutschte er aus und plumpste selber ins tiefe Nass. Er hat sofort instinktiv zum Hundeschwumm angesetzt und Papa konnte ihn sofort aus dem Wasser ziehen.

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Taxi ins nahe gelegene Einkaufszentrum Tesoro, wo es auch einen Lunapark fuer Kinder gibt. Gegenueber allem was sie nicht kennen sind sie anfaenglich etwas skeptisch. So durften oder mussten Mamma und Papa beim ersten Mal mit aufs Roesslispiel. Mit der Zeit haben sie auch das Trampolin kennen und lieben gelernt.

Spaeter im Einkaufszentrum haben wir Mariana rosa Turnschuhe gekauft und im Benetton Kids hat sie moderne Jeans mit Blumen und Nieten drauf, sowie ein Sweatshirt erhalten. Fuer Jorge Andres muessen wir fast nichts kaufen, da wir noch in der Schweiz viele Kleider fuer ihn erhalten haben. Auch Mariana hat von Fiona viele tolle Sachen bekommen. Vielen Dank Sandi, Franca, Anita, und Maja. Voller Stolz hat sie ihre Taschen getragen und immer wieder gesagt, es mio. Sie gab diese Taschen bis zum zu Bett gehen  nicht mehr aus de Hand und hat allen im Hotel  ihre neuen Sachen gezeigt. Jorge Andres wollte natuerlich auch eine Tasche, weshalb sie ihm im Schuhladen eine leere Tasche gegeben haben, die er staendig hinter sich her schleifte.

Das Rentier imm Hoteleingang kam heute glimpflich davon, es gab nur einen Schlag von der leeren Papiertuete, was dennoch fuer einen Sturz reichte.

Gotti Sandra hat mit Nico und Loris angerufen. Unser Junior schlief bereits, was nicht allzu tragisch war, da er noch nicht viele Woerter spricht. Papa arbeitet hart mit ihm, dass er die drei wichtigen Buchstaben FCB lernt. Zu seiner grossen Freude, klapt das schon ganz gut.  Mariana hingegen hat mit ihrem Gotti Liedli gesungen und hat alle Woerter, die sie bereits auf deutsch kennt, in den Hoerer gesagt. Dies sind Chleiderwaesche, Leppeschteft und Gotti. Weiter hat sie ihren baldigen Namen Mariana Uehlinger Tomassi genannt. Es toent sehr lustig, wenn sie Schweizerdeutsch spricht, aber sie macht es ausgezeichnet. Auch mit Loris hat sie gesprochen, das heisst mehrheitlich hat sie zugehoert. Sie wollte den Hoerer fast nicht mehr aus der Hand geben.

Unsere Anwaeltin, Rocio, hat noch angerufen und uns mitgeteilt, dass sie sich am Donnerstag, 6.12.07, zwischen 9 und 10 Uhr melden wuerde, um uns den Gerichtstermin bekanntzugeben.

Schlussendlich haben unsere Kinder friedlich geschlafen, Marianas Taschen selbstverstaendlich neben ihr.

 

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