ninos | 26 November, 2007 15:54
Endlich ist der grosse Tag gekommen. Kurzfristig wurde der Uebergabetermin von 10.30 Uhr auf 8.00 Uhr vorverschoben. Das machte uns ein bisschen Sorge, haben wir doch noch einen Jet-lag und Morgenmenschen sind wir auch nicht. Um 6.00 Uhr sind wir aufgestanden und haben uns schick gemacht, wie es von der kolumbianischen Bhoerde verlangt wird. Vor lauter Nervositaet und Vorfreude war das Aufstehen problemlos. Nach dem reichhaltigen Fruehstueck hat uns der Chauffeur Genaro punkt 7.30 Uhr im Hotel abgeholt. Voellig aufgeregt betraten wir das ICBF-Gebaeude. Kurz nach 8.00 Uhr wurden wir ins Buero gebeten, wo ein Informationsgespraech mit unserer Anlwaeltin, dem Psychologen, einer leicht schrulligen Dolmetscherin, sowie der sehr sympathischen und einfuehlsamen Leiterin der Adoptionsstelle stattfand. Wir konnten Fragen ueber die Lebensgeschichte unserer Kinder stellen. Die wurden so weit als moeglich beantwortet. Weiter wurden wir ueber die Lebens- und Essgewohnheiten von Jorge Andres und Mariana informiert. Ploetzlich hoerten wir froehliche Kinderstimmen im Nebenzimmer. Wir wussten, jetzt sind die beiden da. Von diesem Moment an war es natuerlich um unsere Konzentration geschehen. Dann wurden wir ins Nebenzimmer gebeten und fast im selben Moment kamen unsere beiden Engel. Mariana mit rosa Schleife im Haar und einem rosa Roeckli mit Tuell. Sie trug weisse Sandalen mit Stras-Steinchen. Jorge Andres trug viel zu grosse Manchester-Hosen mit weissen Turnschuhen. Sie sahen noch viel, viel huebscher aus, als auf dem einzigen Foto, welches wir vorgaengig erhielten. Der stolze Papa hat Jorge Andres in die Arme genommen, wobei der Kleine ihn mit seinen grossen, braunen Augen angestrahlt hat. Mariana setzte sich sofort auf Mamas Schoss und hat gelaechelt wie nur ein Engel laecheln kann. Sie haben uns voller Stolz ein Geschenk (je eine Wintermuetze mit der Aufschrift Colombia und eine Schokolade) ueberreicht, bevor wir Ihnen unsere Geschenke (Baby Born und Plueschschoefli) geben konnten. In der anderen Hand zogen sie einen Kinder Trolley hinter sich her, worin ihre persoenlichen Sachen waren. Ploetzlich brach von Seiten der Beamten Hektik aus. Wir mussten im Eiltempo alle Sachen (stapelweise Unterlagen, Kamera, Fotoapperat, Geschenke, e.t.c.) zusammenpacken und den Raum fast fluchtartig verlassen, weil er wieder benoetigt wurde. Genaro half uns, die vielen Sachen zu tragen, damit wir uns den Kindern widemen konnten. Mit je einem Kind an der Hand stolzierten wir die Treppe zum Ausgang hinunter. Wir konnten nicht aufhoeren, die Kinder zu betrachten, wir kaempften mit Freudentraenen. Genaro fur uns zurueck ins Hotel, wo wir den ganzen Tag zusammen spielten und lachten. Unglaublich, wie unkompliziert und unbefangen sie mit uns umgingen. Man haette meinen koennen, wir gehoeren schon sehr lange zusammen. Fliessendes Wasser hatten Sie sehr wahrscheinlich noch nie gesehen, sie waren staendig am Haende waschen und schrien vor Freude. Mariana ass alles ganz alleine, ohne unsere Hilfe. Fuer ihre 4 Jahre ist sie sowieso sehr selbstaendig. Jorge Andres mit seinen 2 1/2 Jahren tat sich da etwas schwerer. Er ass fast nichts und wenn man ihm helfen wollte, da hat er "taeubelet". Erst am Abend, als es Spaghetti mit Fleischkuegelchen gab, hat er schoen gegessen. Das Windeln wechseln von Jorge Andres hat uns fast das Herz gebrochen. Er hat geschrien und gestrampelt wie am Spiess. Papa musste ihn am Oberkoerper festhalten und Mama hat unter schwersten Bedingungen die vollen Windeln gewechselt. Da haben wir gemerkt, dass das Windeln wechseln ein Privileg der Pflegemutter war, die er vermutlich sehr gerne hatte. Mariana liess sich erst nach langem Zureden die Kleider aus- und das Pijama anziehen. Mamma musste sie staendig in die Arme nehmen.Nach dem Schock des Windeln wechseln befuerchteten wir schlimmes fuer das Zaehneputzen. Voellig unbegruendet, das Gegenteil war der Fall. Voller Stolz haben die beiden sicher 10 Minuten lang ihre Zaehnchen geputzt. Wir legten sie in ihr Bett und sangen mit ihnen ein Gutenachtlied. Als es ums einschlafen ging, kullerten bei beiden einige Traenchen ueber die Wangen, jedoch ohne zu schreien. Bestimmt hatten sie Heimweh, doch sie waren ganz tapfer und haben den fuer sie bestimmt sehr schwierigen Tag sooooo toll gemeistert. Jorge Andres fing ganz leise an zu schluchzen. Mamma hat ihn dann auf die Arme genommen, wo er dann nach kurzer Zeit eingeschlafen ist. Waehrend Papa vor Muedigkeit bereits ins Reich der Traeume verschwand, hatte Mariana ihre Muehe mit einschlafen. Sie spielte im Bett so lange mit ihrem Baebi, bis sie die Augen nicht mehr offen halten konnte. Zutiefst beruehrt, alle friedlich schlafen zu sehen, ist Mamma sehr gluecklich ueber diesen ersten, ganz besonderen Tag mit den Kindern, auch schlafen gegangen. Vielen Dank, lieber Herrgott, fuer das wunderbare Geschenk in form von Mariana und Jorge Andres.
Tom Lostorf | 01/12/2007, 15:47
Das grosse Abenteuer Familie hat begonnen und ich wünsche Euch alles Gute. Die Berichte sind interessant insbesondere wenn man einige Orte schon kennt. Machts weiterhin gut und übt fleissig Spanisch.
Hasta luego
Marcela | 04/12/2007, 15:17
Me alegro muchisimo hasta ahora podia ver las fotos, y son muy lindos y es muy emocionante todo
cuando llegan a la suisa?
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Genial
Gers | 01/12/2007, 01:20
Man ist das spannend zu lesen!Das tönt ja wunderbar und die kleinen machen einen super 1. Eindruck. Wünsche euch alles Gute und eine tolle Zeit. Und lasst uns weiter daran teilhaben wenns geht....
Gruz
Gers, Mari, Karl